Vom Hobel zur philosophischen Volksweise

Grundhobel

Für das Schreinerhandwerk ist der Hobel ein unverzichtbares Werkzeug, um Oberfläche zu glätten bzw. abzurichten. Das Objekt des Monats stammt aus der Sammlung von Othmar Gmeiner, der unterschiedlichste Arten von Hobelwerkzeugen gesammelt hat. Neben dem Grundhobel sind unter der Rubrik Objekte weitere Varianten zu sehen. Der Hobel als Werkzeug kam etwa um 1200 v. Chr. auf. Die ältesten erhaltenen Stücke datieren in die römische Kaiserzeit. Auch wenn viele Hobeltypen im Alltag meist durch Maschinen ersetzt wurden, gehört der richtige Umgang mit ihnen heute noch zur Ausbildung im Schreinerhandwerk.

Ferdinand Raimund setzte dem Werkzeug ein musikalisches Denkmal. Er schrieb "Das Hobellied" als eines der Couplets des Valentin für sein Wiener Volksstück "Der Verschwender", die Musik komponierte Conradin Kreuzer. Nach der Premiere 1834 am "Theater in der Josephstadt" gastierte Raimund schon 1835 mit "Der Verschwender" in München. In der Titelrolle als naiver Tischler Valentin besang er seine Lebensphilosophie im berühmten "Hobellied".

Schon bald wurde eine Liedzeile zum geflügelten Satz: "Das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alle gleich!" Viele bekannte Sänger*innen interpretierten das Lied, unter ihnen etwa Peter Alexander, Paul Hörbiger, Hans Moser, Marlene Dietrich bis hin zu Ludwig Hirsch.

"Das Hobellied"

Da streiten sich die Leut herum / oft um den Wert des Glücks, / der eine heißt den andern dumm, / am End weiß keiner nix! / Da ist der allerärmste Mann / dem andern viel zu reich, / |: das Schicksal setzt den Hobel an / und hobelt alle gleich! :|

Die Jugend will halt stets mit Gwalt / in allem glücklich sein. / Doch wird man nur ein bisserl alt, / da findt man sich schon drein! / Oft zankt mein Weib mit mir, o Graus! - / Das bringt mich nicht in Wut. / |: Da klopf ich meinen Hobel aus / und denk, du brummst mir gut! :|

Zeigt sich der Tod einst mit Verlaub / und zupft mich: "Brüderl, kumm!" / Da stell ich mich am Anfang taub / und schau mich gar nicht um! / Doch sagt er: "Lieber Valentin, / mach keine Umständ, geh!" / |: Da leg ich meinen Hobel hin / und sag der Welt ade. :|

(Quelle: Volksmusik-Archiv Oberbayern)

Weitere Objeke aus der Sammlung Gmeiner finden Sie auf Kulturgutsammlung Walgau M-Box.