Die Schreibweise des Begriffes „Torkel“ ist unterschiedlich. Im Feldkirchischen wurde eher „Torggel“, in Tirol „Torggl“ geschrieben. Die Schreibweise mit „k“ wurde hier gewählt, weil dies so in der überwiegenden Anzahl der Sonnenbergischen Dokumente gebräuchlich war. Torkel hieß sowohl die Pressvorrichtung als auch das Gebäude, in dem diese untergebracht war, und stammt aus dem Lateinischen von dem Begriff „torculum“ bzw. „torcularium“, was den Begriffen Kelter oder Presse entspricht. Das Verb dazu ist „torquere“, das in allen seinen unterschiedlichen Bedeutungen etwas mit „drehen“, „winden“ zu tun hat. Ob dies eine drehende Bewegung beim Stößeln oder das Drehen der Spindel am Pressgerät zum Hintergrund hat, ist nicht mehr sicher zu entscheiden. Jedenfalls ist anzunehmen, dass die Bewegungsart „Torkeln“, die die Menschen erfasst, wenn sie zu viel dem gereiften Produkt des Torkels zugesprochen haben, ebenfalls von demselben Verb abstammt.
Der Torkel war in einem eigenen Keller oder schuppenartigen „Torkelhaus“, auch schlichtweg „Torkel“ genannt, untergebracht. Dieser befand sich draußen unweit der Weinberge oder im Gehöft freistehend oder angebaut. Meist war es ein gewöhnlicher Holzschuppen, in dem meist Fundamente und Boden gemauert waren. An der inneren Längswand stand das Pressgerät, der „Torkel“.
Er bestand aus einem schweren horizontal liegenden Torkelbaum (a) mit bis zu 15 m Länge. Meist wurde er aus Nuss-, Lärchen- oder Eichenholz gefertigt. An seinem kürzeren Ende war er in eine massive Holzkonstruktion eingespannt, in der er sich nur knapp auf- und abbewegen konnte. Die beiden senkrecht stehenden Balkenpaare des Torkelstuhles (b) nannte man in Vorarlberg „Stuhlsäulen“. Zwischen diesen befand sich auf fester Unterlage das „Torkelbett“ ein quadratischer Trog zur Aufnahme der Traubenmasse. Durch das längere Ende des Torkelbaumes verlief senkrecht die hölzerne, mit einem Schraubgewinde versehene „Spindel“ (d). In den Vorarlberger Torkeln wurde sie am Boden in der sogenannten „Egge“, einem mit Steinen beschwerten Balkengefüge, befestigt, die für die Verstärkung des Pressdruckes benötigt wurde. Die Spindel diente dazu, den Torkelbaum höher oder niedriger zu stellen. Die Höherstellung erfolgte durch Linksdrehung der Spindel zur Hebung des langen Torkelbaumendes, Einlegen eines „Schlüssels“ am vorderen Stuhlsäulenpaar, Ablassen der Spindel zur Hebung des hinteren Torkelbaumendes und wiederum Einlegen eines Schlüssels am hinteren Stuhlsäulenpaar. War durch diese Wiegebewegung der Torkelbaum auf der richtigen Höhe, konnte das Torkelbett gefahrlos gefüllt werden. Das Herablassen zum Pressen erfolgte in umgekehrter Abfolge, wobei die Schlüssel über dem Torkelbaum durchgesteckt werden, um den nötigen Presswiderstand zu bieten.1
Details zu den beiden Torkeln in Beschling sind leider nicht bekannt.
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Hörmann, von, Ludwig: Der tirolisch-vorarlbergische Weinbau. Eine Skizze. In: Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Jg. 1905, Bd. 36, S. 66-86; Jg. 1906, Bd. 37, S. 98-120, München 1905/1906, S. 107; Zeller, Ingrid: Weinbau in Vorarlberg. Schriftenreihe der Rheticusgesellschaft 16, Feldkirch 1983, S. 38/39.