Am 24. November 1853 gab die landwirtschaftliche Filial-Unter-Abteilung bekannt, dass vom Ministerium über die Statthalterei die Empfehlung gekommen sei, gegen die Traubenkrankheit (nicht näher bezeichnet) so vorzugehen, dass man im Herbst die vertrockneten Trauben und kranken Blätter aufsammeln und verbrennen soll und dass im Frühjahr nach dem ersten Rebenschnitt diese mit einem Tabakabsud, nämlich 12 Loth Tabak auf eine Maß Wasser, gewaschen werden sollen, weil das Nikotin die die Krankheit erzeugenden Insekten töte. Man möge also die Rebenbesitzer zu solchen Versuchen belehren und das Ergebnis beizeiten zurückmelden.
Vergessen dürfen wir nicht das Bespritzen der Reben mit Kalk und Eisenvitriolwasser, das allenfalls vor und nach dem Blühen vorgenommen wurde.1
Im letzten Viertel des 19. Jahrhundert wurde aus Amerika der Falsche Mehltau eingeschleppt. Gleichzeitig traten auch tierische Schädlinge auf, vor allem die Reblaus, die allerdings in Vorarlberg eine nicht so große Rolle spielte, da die Weinbaugebiete nicht geschlossen waren und eher weit auseinander lagen. Dennoch mehrten sich in den 1880er Jahren Berichte über Rebkrankheiten und Schädlinge, wie Laubrausch, Schwarzer Brand und besonders die Fäulnis. Rebkrankheiten wie der Falsche und der Echte Mehltau wirkten sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts verheerend aus, betrafen also den Weinbau im Gemeindegebiet von Nenzing kaum mehr. Bei dem Befall eines Wingerts war bei der gegebenen Dichte der Bestockung eine Bekämpfung fast unmöglich und die Katastrophe vorprogrammiert.2
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Hörmann, von, Ludwig: Der tirolisch-vorarlbergische Weinbau. Eine Skizze. In: Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Jg. 1905, Bd. 36, S. 66-86; Jg. 1906, Bd. 37, S. 98-120, München 1905/1906, S. 105.
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Zeller, Ingrid: Weinbau in Vorarlberg. Schriftenreihe der Rheticusgesellschaft 16, Feldkirch 1983, S. 82.